Die Kultur Togos Teil 2: Die Geographie und Wirtschaft Togos

25/03/2025


Die Kultur Togos Teil 2: Die Geographie und Wirtschaft Togos

Dies ist der zweite Bericht einer Reihe über die Kultur 

und alle damit verbundenen Lebensbereiche in Togo. 

Dieser Bericht dient rein der Information 

und zielt in keiner Weise auf Vollständigkeit ab!!!

Natürlich wurde meine persönliche Sichtweise verarbeitet ...

Viel Spaß beim Lesen :)


Bild 1: Der höchste Wasserfall Togos: Der Yikpa-Wasserfall bei Kpalimé in der Region Plateuax
 
 
 - Dieser Bericht wurde im Juli 2024 verfasst. Nur wenige Informationen wurden hinzugefügt oder angepasst, sodass er im März 2025 hochgeladen wurde. -

Die geographischen Gegebenheiten Togos

Im vorigen Bericht wurden die Geschichte, insbesondere die Kolonialzeit, und die heutige Politik Togos genauer betrachtet. Um weiter in die Kultur des westafrikanisches Landes eintauchen zu können, wird der Fokus nun auf die geographischen Gegebenheiten gelegt. Denn die Kultur einer Bevölkerung wird maßgeblich davon beeinflusst, wo die Menschen leben und wie die klimatischen Bedingungen sind, da man sich natürlich daran anpasst. So werden Bereiche wie die Infrastruktur und die Wirtschaft geprägt.

Der Staat Togo liegt in Westafrika und grenzt im Osten an Bénin, im Norden an Burkina Faso und im Westen an Ghana. Im Süden des Landes liegt der Golf von Guinea bzw. der Atlantische Ozean. Togo ist ein schmales, langgezogenes Land, welches bei 6° bis 11° nördlicher Breite liegt. Die Hauptstadt Lomé liegt im Süden des Landes direkt am Meer und dort befindet sich auch der größte Hafen ganz Westafrikas. Togo ist in fünf administrative Regionen vom Süden nach Norden eingeteilt: Maritime im Süden am Meer, Plateaux, Centrale, Kara und Savanes im Norden.

Bild 2: Karte der Regionen Togos und der Nachbarländer

Togo ist ein tropisches Land, in welchem sich weitläufig tropische Regenwälder sowie Mangrovenwälder im Süden und Savanne vom mittleren bis in den Norden abwechseln. Es gibt das Togo-Atakora-Gebirge im Südwesten, welches sich über die Region Plateaux bis in den Norden Bénins erstreckt. Der höchste Berg Mont Agou ist 986 m hoch und der längste Fluss Mono ist 467 km lang und erstreckt sich von der Grenze Togo-Bénin südlich von der Stadt Kara bis in den Golf von Guinea im Süden.


Bild 3: bewaldete Berge rund um Atakpamé in der Region Plateaux


Bild 4: Wald um Atakpamé


Bild 5: Baobab-Baum in der Nähe von Atakpamé
(während einer Wanderung in der Trockenzeit)


Bild 6: kleine Badestelle an einem Fluss in Hihéatro bei Atakpamé

In der südwestlichen Region um die touristisch attraktive Stadt Kpalimé gibt es viele Wasserfälle, welche man mehr oder weniger gut besuchen und genießen kann. Manchmal muss man auch Eintritt bezahlen und bekommt einen Guide an die Seite gestellt, um zu den Wasserfällen zu gelangen.


Bild 7: Wasserfall Kpime bei Kpalimé im Oktober 2023


Bild 8: Wasserfall Womé in der Nähe von Kpalimé im März 2024



Bild 9 und 10: Der Yikpa-Wasserfall ist ca. 30 km von Kpalimé entfernt und liegt an der Grenze zu Ghana. Er ist mit 100 m Höhe der höchste Wasserfall in ganz Westafrika. (Stand Juli 2024)


Das Klima

Das Klima Togos ist ganzjährig tropisch-feucht und es gibt eine Durchschnittstemperatur von 30° C. Die heißesten Monate sind der Februar und März. Im Dezember und Januar gibt es den sogenannten "Harmattan": einen Wind, der vom Norden in Richtung Süden (also in Richtung Togo) weht und Wüstenstaub der Sahara mit sich bringt, wodurch die Luft trocken und staubig wird. Die sich anschließende Zeit von Februar über März bis weit in den April ist die Trockenzeit. Während dieser Monate regnet es fast nicht - vielleicht einmal pro Monat und durch den monatelangen entstandenen Wassermangel stellen alle Menschen sofort alle Behälter auf, wenn es regnet, um so viel Wasser wie möglich für den täglichen Bedarf (zum Kochen, Waschen, Duschen und teilweise auch zum Trinken) aufzusammeln und zu sichern. Während der Trockenzeit ist es sehr heiß und trocken, wodurch man viel schwitzt und viel trinken muss. Durch die trockene und manchmal auch staubige Luft werden Sachen oft schneller dreckig und es bildet sich schnell eine Staubschicht, wenn man nicht regelmäßig putzt und sauber macht ... 



Bild 11 und 12: Blick auf Atakpamé vom YMCA aus; 
oben: während des "Harmattan", unten: während der Regenzeit



Bild 13 und 14: Natur um Atakpamé in der Trockenzeit 




Bild 15, 16 und 17: Natur in und um Atakpamé in der Regenzeit

Im Monat Mai findet dann der lang ersehnte Übergang in die Regenzeit statt, denn es fängt wieder mehr an zu regnen und die Wasserspeicher (Wassertonnen, Wasserkanister, Wassereimer und Brunnen) füllen sich. Im Juni bis August ist dann die Regenzeit  - es regnet fast jeden Tag. Dadurch ist es täglich bewölkt und die Luft ist feucht. Man hat das Gefühl, den "Regen riechen" zu können - besonders, wenn er sich mit starkem Wind ankündigt und zu einem Gewitter zusammenbraut.

Im Norden des Landes gibt eine Regenzeit von Mai bis Oktober, die im August besonders stark ist. Im Süden dagegen gibt es zwei Regenzeiten: von April bis Juni und von September bis November.


Bild 18: starker Regen auf dem Grand Marché in Atakpamé am 14.06.2024


Bild 19: Ausblick auf Atakpamé aus dem YMCA während es regnet am 06.07.2024


Bild 20: ein Brunnen in Atakpamé, an dem man selbst Wasser in eigene Behälter abfüllen kann

Die Infrastruktur

Die Straßen und Wege allgemein

Die großen Verbindungsstraßen zwischen den größeren regionalen Städten sind geteert und relativ bis mäßig gut ausgebaut - teilweise gibt es viele Schlaglöcher. Abgesehen von drei bis vier geteerten Straßen in den Städten gibt es Wege aus Sand, Staub und Steinen. In den Dörfern in den ländlichen Gebieten gibt es fast nur naturbelassene Wege. Oft sieht man Palmen, Bäume und Sträucher an den Wegrändern. 

Hier jetzt ein paar Bilder, damit ihr einen Eindruck bekommt, wie die Straßen und Wege aussehen:




Bild 21 - 23: geteerte Hauptstraßen / große Verbindungsstraßen im Zentrum Atakpamés



Bild 24 - 25: Straßen aus Stein in Atakpamé



Bild 26 - 27: einfache Wege aus Steinen, Sand, Schotter


Der öffentliche Verkehr

Die berühmt-berüchtigten sogenannten "Motos"

Es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel, wie man sie aus wie man sie aus Ländern wie Deutschland kennt. Was man im alltäglichen Leben am meisten verwendet, sind die sogenannten "Motos". Ein Moto ist Motorrad, welches als Taxi genutzt wird. Ganz einfach bedeutet das, dass man sich an die Straße stellt und mit der Hand bzw. mit dem Arm winkt, wenn ein Moto vorbeifährt. So macht man den Fahrer auf sich aufmerksam. Dann sagt man dem Moto-Fahrer, wohin man fahren möchte und erklärt den Weg dahin. Dabei ist es immer gut, wenn man das Stadtviertel sowie mindestens ein bis zwei bekanntere Gebäude in der Nähe nennt - es gibt nämlich keine Straßennamen. Stattdessen orientiert man sich an großen Häusern wir Banken, Organisationen, der Polizei, der Armee, Versicherungen, Radiostationen, Schulen und Krnkenhäusern. Nachdem man sich auf einen Zielort geeinigt hat, verhandelt man mit dem Moto-Fahrer den Preis in Francs CFA. Dann setzt man sich auf das Moto und los geht die Fahrt. Am Zielort angekommen, steigt man ab und bezahlt den verhandelten Preis. Allgemein sind Motos gut für kurze Strecken innerhalb einer Stadt oder eines Dorfes zu gebrauchen. Wenn man jedoch weitere Strecken fährt - von einer zu einer anderen Stadt  -, empfiehlt es sich, ein Taxi zu besorgen bzw. zu holen.



Bild 28 -29: zwei Moto-Fahrten in Lomé


Bild 30: oft  sieht man Togolesen auf dem Moto mit Körben, Taschen, Säcken etc.
(hier in Atakpamé)


Bild 31: eine Kollektion der geparkten Motos / Motorräder während einer Veranstaltung


Die unterschiedlichen Arten von Taxis

Die Anschaffung bzw. das Heranholen von Taxis erfolgt ähnlich wie das für ein Moto. Man kann sich ganz unkompliziert an die Straße stellen und warten, bis ein Auto-Taxi vorbeifährt. Man hält es an, sagt den Ort und verhandelt den Preis, schließlich steigt man ein, fährt bis zum Zielort mit und bezahlt dort angekommen. Solche Taxis (Autos) sind Sammeltaxis (des taxis collectifs), die beispielsweise von Lomé nach Atakpamé oder nach Kpalimé fahren und auf dem Weg dahin Passagiere einsammeln. Je mehr Mitfahrende in dem Taxi sitzen, desto billiger ist die Fahrt für jeden Mitfahrenden und man bezahlt den eigentlichen üblichen "Ursprungspreis". Wenn jedoch nur zwei statt sechs Personen im Taxi sitzen, muss für die freien Plätze mit bezahlen. Deshalb gibt es auch gemietete Taxis (des taxis à louer) - was bedeutet, man mietet sich einfach ein Taxi. Dabei ist der Zielort ganz individuell und man kann mit einer Gruppe an Freunden zu einem Ort gemeinsam fahren. Je mehr Leute, desto günstiger. Dabei bleibt die Frage offen: Wo findet man Taxis? Am besten an den großen Straßen, an den Hauptstraßen, wo viel Verkehr ist. In jeder Stadt gibt es einen (oder auch zwei bis drei) große Standorte, wo alle Taxis zu den verschiedenen größeren Städten abfahren. 

Neben den unendlich vielen Motos und Taxis gibt es auch Busse in Togo. "Kostengünstige" Busse sind Kleinbusse, in die bis zu zwölf Passagiere hineinpassen. Sie fahren auch zwischen den Städten hin und her. Natürlich gibt es auch große Busunternehmen, welche deutlich schneller fahren, eine Klimaanlage haben, mehr Komfort wie W-Lan bieten und dementsprechend teurer sind. So gibt es für jeden Geschmack etwas zu haben.

Darüber hinaus gibt es besonders viele Tricycles in Lomé. Ein Tricycle ist ein kleines Fahrzeug mit drei Rädern und Überdachung - eine Mischung aus Moto und Auto. Man kann sie auch an der Straße heranholen, doch besser ist es, sie über die "Gozem"-App zu anzufragen. Über diese Handy-App für Tricycles, Motos und andere Taxis wird der Preis für die Fahrt automatisch nach der Anzahl der Kilometer berechnet, was die Verhandlung des Preises erübrigt.


Bild 31: Fahrt mit einem Tricycle in Lomé

Aktuell gibt es keine Straßen- oder U-Bahnen in Togo. 1905 wurde die erste Bahnstrecke Togos von Lomé nach Aného eröffnet und anschließend wurde das Schienennetz Togos weiter ausgebaut, doch vor wenigen Jahren wurde es eingestellt und ist nicht für den öffentlichen Verkehr zugänglich. 

Der gesamte Transport an Gütern erfolgt in Togo über LKWs, bei denen es keine Standardgröße gibt. Sie sind sehr groß und die Ladegüter darin oder darauf sind oft mit Seilen und Gurten befestigt. Dieser Anblick ist für uns Europäer sehr ungewöhnlich und auf den ersten Blick sieht es gefährlich aus - doch aus meiner einjährigen Erfahrung kann ich sagen, dass Togolesen echte Packmeister sind. Sie haben das Packen, Einladen und Transportieren von einfachen Rucksäcken, sonstigen Taschen über Ladegütern wie Kohle, Mehl und Holz bis hin zu Hühnern, Ziegen und sogar Ochsen perfektioniert. So entstehen oftmals kuriose Anblicke mit sehr überladenen Motos, Autos, Taxis und Bussen. 




Bild 32-34: voll beladene Autos und LKW's auf den Straßen Togos

 

Die wirtschaftliche Situation Togos

Togo ist ein tropisches Agrarland, welches von den zwei Regenzeiten abhängig ist. Ein Großteil der Bewohner sind in der Landwirtschaft tätig und bauen Yams (auch: Igname), Maniok, Mais, Hirse, Erdnüsse und viele weitere Früchte an und verkaufen sie auf den Märkten.

Der Im- und Export von Gütern wird über den Hafen in Lomé abgewickelt. Industriegüter, Maschinen, Fahrzeuge wie Autos und Motorräder, Nahrungsmittel und Brennstoffe werden aus Europa, den USA und China importiert. Exportiert werden Calciumphosphat, Baumwolle, Kaffee, Tee und Kakao.

Die Währung Togos ist der Francs CFA, der während der Kolonialisierung durch die Franzosen eingefürht wurde. Früher war der Francs CFA an den französischen Francs geknüpft, der durch den Euro 1999 bzw. 2000 abgelöst wurde. Heutzutage ist die Umrechnung wir folgt: 1,00 € sind rund 655 Francs. Bis  heute hat Frankreich einen immensen Einfluss auf die Wirtschaft Togos, da frnazösische Vertreter in den Gremien der zwei Zentralbanken der Francs-Regionen sitzen und so den wirtschaftlichen Kurs der Länder lenken. Durch diese Abhängigkeit von Frankreich ist die ökonomische Situation der Länder, in denen der Francs die offizielle Währung ist, deutlich geschwächt. So profitieren bis heute ehemalige Kolonialmächte rücksichtslos von den ehemaligen Kolonien, obwohl diese seit mehreren Jahrzehnten unabhängige Staaten sind.

 

Bild 35: Die zwei WÄhrungsgebiete des Francs CFA in West- und Zentralafrika

 Im nächsten Blogbeitrag werden das Bildungswesen, die Arbeitsverhältnisse und das Thema Armut in Togo betrachtet. Auch die Kriminialität und die Menschenrechte werden beleuchtet. 
Bis dahin, könnt ihr mir gerne eure Meinungen und Vorschläge für zukünftige Themen zukommen lassen!
 
Ich wünsche euch eine schöne Zeit! Bis zum Nächsten Mal,
eure Margareta

 

 

Meine verwendeten Quellen:

Textquellen:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Togo, zuletzt aufgerufen am 02.07.2024

  • https://www.vielfalt-mediathek.de/wp-content/uploads/2020/12/wuppertalter_initiative_deutscher_kolonialismus_in_togo._ein_geschichtsforschungsprojekt_der_wuppertaler_initiative_fr_demokratie_und_toleranz__vielfalt_mediathek.pdf zuletzt eingesehen am 02.07.2024

Bildquellen:

  • Bild 1: Karte der Regionen Togos: https://de.wikipedia.org/wiki/Regionen_Togos#/media/Datei:Togo-karte-politisch.png zuletzt eingesehen am 02.07.2024 

  • Bild 2-34: private Fotoaufnahmen
  • Bild 35: Die zwei Währungsgebiete des Francs CFA: Martina Schwikowski, 2019. „CFA: Zwist um Währungsunion“. Zuletzt online aufgerufen am 16.03.2025 auf: https://www.dw.com/de/westafrika-gefangen-in-frankreichs-w%C3%A4hrungsunion/a-47284558

Statistik- bzw. Zahlenquellen:

  • Thema: Bruttoinlandsprodukt Togos 2023: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/415285/umfrage/bruttoinlandsprodukt-bip-von-togo, zuletzt aufgerufen am 06.06.2024

  • Thema: Bruttoinlandsprodukt Deutschlands 2023: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1251/umfrage/entwicklung-des-bruttoinlandsprodukts-seit-dem-jahr-1991/, zuletzt aufgerufen am 06.06.2024

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